Frauen der Künste
Verena E. Müller
Mai 2022


stadtbibliothek rj frauen der kuenste

    

Frauen der Künste

Das neue multimediale Format erscheint jeweils am 2. Freitag des Monats.

 

Bisher erschienen:

Verena E. Müller 


Über die Autorin Verena E. Müller ist nicht viel bekannt. Dem kurzen Wikipedia-Eintrag über sie kann man entnehmen, dass die Schweizer Autorin und Historikerin 1940 geboren wurde und aus Basel stammt. Auf dem Portraitbild erkennt man eine freundliche Dame mit wachem Blick. Die spärlichen Informationen über Verena E. Müller lassen die Vermutung zu, dass sie bescheiden und ohne viel Brimborium auftritt. Genauso mögen ihre beiden schön gestalteten Biografien aus dem efef-Verlag mit den Titeln «Anna Heer 1863–1918: Gründerin der Schweizerischen Pflegerinnenschule» und «Marie-Heim Vögtlin: Die erste Schweizer Ärztin 1845–1916» leicht in der Bestsellerflut untergehen. Verena E. Müller hat jedoch das Leben dieser zwei bemerkenswerten Frauen genau recherchiert und lebendig nachgezeichnet. Die zwei Bücher haben eine leise, aber nachhaltige Wirkung auf den interessierten Leser.

 

 

Foto: ZVG

 

Allein, geht es hier nur um die Geschichte der Medizin in der Schweiz? Mitnichten. Hinter den beiden Namen Anna Heer und Marie Heim-Vögtlin stecken zwei ganz unterschiedliche Lebensentwürfe und Persönlichkeiten. Ihnen gemein ist die Zeit, in der sie gelebt haben, und dass sie beide keine Angst davor hatten, grundlegende Veränderungen in der Gesellschaft anzustossen und diese selbst auch vorzuleben. Beiden war die Stellung der Frau in der damaligen Schweizer Gesellschaft ein Anliegen. Auch schienen sie beide gefeit zu sein gegen ablehnende Haltungen von aussen. Wir lernen in Verena E. Müllers Biografien zwei Personen kennen, die ihr arbeitsames Leben für die Gemeinschaft einsetzten, die Geschichte der Medizin in der Schweiz prägten, ihr Ziel nie aus den Augen verloren und an den Fortschritt der Menschheit glaubten. So wurden sie denn auch für viele Frauen zum Vorbild.

 

Anna Heer, 1863 in Olten geboren, hatte von den beiden Frauen den schwierigeren Start ins Leben. Als älteste Tochter des gescheiterten Fabrikbesitzers Isaak Heer übernahm Anna bereits sehr früh die Verantwortung für ihre Geschwister. Als Anna später in ihrem Beruf als Fachärztin etabliert war, scheint sie ihre Familie auch finanziell unterstützt zu haben. Eine grosse Last, die auf ihren Schultern lag. Ihre spätere Lebensgefährtin Ida Schneider beschreibt in der Erinnerung, wie Anna Heer – eine eher kleine Person – eilends die Treppe der Pflegeeinrichtung hinauftrippelte und wie sie dabei zugleich unscheinbar und doch sehr achtungsgebietend wirkte.

 

Tatsächlich zeigt die Fotografie der jungen Anna Heer auf dem Buchumschlag eine filigrane Frau mit einem kindlich anmutenden Gesicht. Der offene, in die Ferne gerichtete Blick und das starke Kinn zeichnen jedoch Lebenserfahrung und eine stille Stärke in ihren Ausdruck, so dass der Betrachter bis in die heutige Zeit hinein eine grosse, von ihrer Person ausgehende Kraft wahrzunehmen glaubt.

 

Weniger leise trat möglicherweise die erste Schweizer Ärztin Marie Heim-Vögtlin (1845–1916) auf. Es fällt schwer, sie sich «die Treppe hinauf trippelnd» vorzustellen. Die junge Pfarrerstochter aus Bözen im Kanton Aargau musste sich als erste Schweizer Medizinstudentin gegen viele Widerstände durchsetzen. Sie beschrieb sich selbst in ihren vielen Briefen als eine Art Dickkopf.

 

Wie sich die Wege der beiden Frauen gekreuzt haben, erfahren Sie im Buch über Anna Heer. Und wenn Sie sich von ihrer Persönlichkeit inspiriert fühlen, nehmen Sie sich die Zeit, um auch noch die Biografie über Marie Heim-Vögtlin zu lesen. Es lohnt sich!

 

 

 Weiteres:

 

Frauen der Künste - das neue multimediale Format

Wir möchten Frauen und ihrem künstlerischen Werk mehr Präsenz einräumen und ihr Schaffen sichtbarer gestalten. Wir präsen­tieren Ihnen ein multimediales Format, in welchem in kurzer und einladender Art und Weise eine bereits bekannte oder weniger bekannte Künstlerin porträtiert wird. Dabei soll es in erster Linie um ihr Werk gehen, welches auf unserer Webseite beschrieben und interpretiert wird. Der Webeintrag, welcher jeweils am 2. Freitag des Monats erscheint, wird durch eine oder zwei weitere Vermittlungsformen angereichert. Dies kann ein Event vor Ort oder eine digitale Vermittlung sein.

 

 

Agenda

Frauen der Künste
Katharina Wernli
September 2022

mehr

Geschichtenstunde
Gschichtä-Nomittag
am Herbstmärt

Mi, 21. September 2022

mehr

Digitale Bibliothek
E-Book-Sprechstunde

Am 2. Dienstag und
4. Donnerstag im Monat,
14 bis 15 Uhr

mehr

WM 2022 in Katar
Panini-Tauschbörse

September bis November

mehr

Ferienpass
Handlettering-Workshop
Mo, 10. Oktober 2022

mehr

Austausch
Literaturgespräch

Jeweils am 2. Dienstag des Monats

mehr

Ein Rätselspiel
der Stadtbibliothek
«Das geheime Manuskript»

mehr

Freitags Frauen
Graziella Rossi:
«Lydia»
Fr, 21. Oktober 2022

mehr

VORSCHAU
Schweizer Erzählnacht
Fr, 11. November 2022

mehr

Buchstart für Kleinkinder
«Bärlitreff»

22. November 2022

mehr

Geschichtenstunden
«Müsliclub»
Winterstaffel 2022/2023

mehr

Geschichtenstunde
Gschichtä-Nomittag

Mi, 14. Dezember 2022

mehr

Rundgang für Gruppen
Lernen Sie uns kennen!
Auf Anfrage

mehr

lesen & schreiben
Schreibservice

Do, 10−11.45 Uhr
> abgesagt bis 22.1.21

mehr

 

aktuell arrow
aktuell arrow

 

News

26. April 2022
Sanierung abgeschlossen

mehr

11. April 2022
Mahnwesen

mehr

4. April 2022
Private Medien

mehr

23. Februar 2022
Sanierung Fassadenrisse 

mehr

31. Januar 2022
Rückblick

mehr

 

aktuell arrow
aktuell arrow